Übersicht: Futtermittel

•Gras und Wiesenkräuter
•Zweige
•Gemüse
•Früchte, Obst
•Küchenkräuter
•Getrocknete Kräuter
•Heu
•Getreide und Samen
•Wasser
•Nahrungsergänzungsmittel
•Leckerlis
•Internet-Futtershops

Gras und Wiesenkräuter

meeri wieseEine breite Auswahl an Kräutern und ein paar Gräsern sind das einzige Futtermittel, welches sich als „Alleinfuttermittel“ bezeichnen lassen kann. Bei einer großen Auswahl an Kräutern (unbegrenzt) ist kein anderes Futtermittel mehr notwendig. Frisches Grün von der
Wiese ist ein ideales Futtermittel für Meerschweinchen und sollte nach Möglichkeit in großen Mengen angeboten werden. Nach langsamer Anfütterung kann es zur freien Aufnahme zur Verfügung stehen und muss nicht portioniert werden.

wiese fuetterung Wie am besten anfangen..?
Ich habe Kräuter herausgesucht, die besonders für Anfänger gut zu erkennen sind und fast überall wachsen. Per Foto kann man sie erkennen und sich in der Bestimmung üben. Zum Anfängerlehrgang „Wiesengewächse“

Das kleine Sammel-1×1

Empfehlung: Jeden Tag eine unbekannte Pflanze fotografieren, pflücken und mit nach Hause nehmen. Dort dann in aller Ruhe bestimmen. So lernt man jeden Tag eine neue Pflanze kennen und kann irgendwann die ganze Flora im eigenen Sammel-Bereich bestimmen. In Volkshochschulen werden Kräuterwanderungen angeboten, auf denen man viele Wildkräuter bestimmen lernt.
•Gesammelte Pflanzen sollten möglichst frisch angeboten werden. Am besten stellt man die Schale in den Schatten, dann halten sie sich einen Tag.
•Sollte man nur alle zwei Tage sammeln, so kann man die Portion für den nächsten Tag in
Küchenrolle wickeln und im Kühlschrank-Gemüsefach oder im kühlen Keller aufbewahren. Niemals Grünfutter gepresst lagern, immer schön luftig ausbreiten!
•Es ist empfehlenswert, in der Morgenfrische oder Abenddämmerung zu sammeln vorallem an sehr heißen Tagen), damit die
Kräuter länger halten.
•Viele Kräuter werden wieder frisch, wenn man sie in ein Wasserglas stellt.
•Auch frisches Grün muss langsam angefüttert werden. Wenn die Meerschweinchen eine gesunde Verdauung haben, kann man mit einer Hand voll anfangen und die Menge dann innerhalb einer Woche auf ad libitum steigern.
•Am besten sammelt man weiter weg von Straßen, um die Schadstoffe der Abgase nicht mit zu verfüttern.
•Eine Auswahl an Kräutern ist für den Gräserfresser Meerschweinchen höchstens eine Ergänzung, aber niemals als alleiniges Frischfutter geeignet.
•Doldenblütler sind teilweise ausgezeichnete Futterpflanzen und teilweise hoch giftig: Wilde Möhre oder Schierling?
•Wer die Möglichkeit hat, sollte seinen Meerschweinchen Auslauf auf der Wiese geben, dort können sie ihr Futter selber wählen. Ansonsten ist auch Wiese im Napf begehrt.

Wildmeerschweinchenfutter

„Der Kalziumgehalt der grünen Pflanzen ist ein wirksames Mittel gegen Knochenweiche. Das Grünfutter wirkt diätetisch (gesundheitsfördernd), wenn es mit gewürzhaften Unkräutern vermischt ist, die teils aromatisch, teils bitterstoffhaltig und heilsam sind und den Appetit und die Verdauung merklich anregen. Die Jungtieraufzucht ist um so erfolgreicher, je mehr man wertvolles Grünfutter geben kann.“
Dorn, 1989

meeri frisst gruen

Bezugsquellen
Wiesenkräuter und Gräser kann man auf Wiesen und Feldern, an Feldrändern, auf Brachflächen, in Kiesgruben, auf Waldlichtungen und an anderen Stellen, die unsere Natur bietet, ernten. In Städten finden sich auch Stellen zum Sammeln: Spielplätze, Parks, ältere Friedhöfe oder Waldfriedhöfe, Brachflächen, Hinterhöfe, bepflanzte Dachterassen, Baustellen, unbebaute Grundstücke, Brachflächen entlang von Bahngleisen (nicht direkt auf den Bahndämmen, hier wird gespritzt!)… Desweiteren kann man in türkischen Läden frischen Löwenzahn kaufen.
Tipps: Anfängerlehrgang „Wiesengewächse“
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Zweige

meeri zweige knabbernZu einer ausgewogenen Ernährung trägt die regelmäßige Fütterung von frischen, ungespritzten Baumzweigen bei. Diese können komplett, also mit Rinde, Blättern, Blüten, Knospen und Früchten verfüttert werden. Besonders gerne fressen die Meerschweinchen das frische Blattwerk, häufig wird auch die Rinde benagt oder sehr dünne Äste ganz gefressen. Wir empfehlen, frische Zweige durchgängig anzubieten und zweimal die Woche durch frische Äste auszutauschen.

Zweige zu entrinden ist eine beliebte und artgerechte Beschäftigung für Meerschweinchen. Zudem sind sie durch ihre hohe Konzentration sekundärer Pflanzenstoffe gesund für die Verdauung und wichtig für eine gesunde Ernährung.

Besonders beliebt sind Apfelbaum-, Haselnuss- und Weidenzweige. Prinzipiell sind alle einheimischen Baumarten als Futter geeignet (außer der Eibe, diese ist hochgiftig!), aufpassen sollte man bei nicht-einheimischen Büschen, wie sie beispielweise in Ziergärten und Parks gepflanzt werden. Welche Zweige sind geeignet?

meeri getrocknetes laub Getrocknete Blätter (Laub) können als Raufutter gefüttert werden, sie machen die Winterfütterung vielfältiger und artgerechter. Sie lassen sich im Herbst gut einlagern oder im Sommer trocknen.

Grüne Zweige im Winter: Wenn man Zweige im Winter reinholt und ins Wasser stellt, treiben sie aus und die frischen Blattspitzen können verfüttert werden. Brombeeren und Bambus sind auch im Winter grün und somit ideal für die Winter-Ernährung.

Bezugsquellen
Äste und Zweige gibt es als „Knabberhölzer“ im Zoohandel, allerdings sind diese Hölzer sehr kurz, alt und oft behandelt -und daher unbeliebt bei den Meerschweinchen, die meisten rühren sie nicht an. Nach Möglichkeit sollte man frische Äste im Garten schneiden oder aber Bekannte und Freunde mit Garten fragen. Auch in der freien Natur kann man sich unbehandelte Zweige schneiden. In Internetshops werden ebenfalls Zweige angeboten. Gute Qualität hat beispielsweise www.heuandi.de, www.hasenhaus-im-odenwald.de und www.knabberzweige.de.

Verbreitete Irrtümer

Steinobstäste wie Zwetschge, Kirsche und Mirabelle enthalten Blausäure
Die Äste von allen Steinobstfrüchten können problemlos verfüttert werden. Sie enthalten weder Blausäure, noch Amygdalin, ein cyanogenes Glycosid, dass zu Blausäure und Fruchtzucker zerfällt, wenn es in Kontakt mit Wasser kommt. Amygdalin ist lediglich im Kern der Steinobstfrüchte enthalten, aber nicht in der Rinde oder in den Blättern.

„Die Cyanide sind nur in den Samen der Obstkerne enthalten. D.h. die Äste der Steinobstarten dürfen den Chinchillas, Meerschweinchen und Zwergkaninchen angeboten werden, sofern sie nicht gespritzt wurden.“ Dr. Jacqueline Kupper, Universität Zürich: Quelle: ZZA 4/2003 S. 57

Die Schneidezähne werden durch das Benagen von Holz (Äste etc.) oder anderen harten Gegenständen abgenutzt.
Die Härte des Futters hat für den Zahnabrieb (egal ob für die Backen- oder Schneidezähne) kaum eine Bedeutung. Die Schneidezähne werden durch die Mahlbewegungen des Unterkiefers beim normalen Kauen abgenutzt und nicht durch das Benagen von Ästen. Somit sind Zweige nicht für den Schneidezahn-Abrieb wichtig, können aber trotzdem angeboten werden, denn sie sind ein geeignetes Beschäftigungsmaterial.
Wie funktioniert der Zahnabrieb?LINK
Quelle: Wolf, P/Kamphues, J./Soltan, M.: Vergleichende Untersuchungen zu Fütterungseinflüssen auf die Entwicklung der Schneidezahnlängen bei Kaninchen, Chinchillas und Ratten. 1995

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Gemüse

futter meerschweinchenMeerschweinchen, die nicht viele Kräuter und Wiesenpflanzen bekommen, sind auf die Gemüsefütterung angewiesen. Sie sollten möglichst abwechslungsreich und viel Gemüse bekommen, ein „zu viel“ gibt es nicht. Der Schwerpunkt muss auf Grünfutter (Blattgemüse, Gemüsegrün usw.) gelegt werden.

Im Winter oder wenn man nicht die Möglichkeit hat, Grünfutter von der Wiese zu verfüttern, bietet sich Gemüse als Futtermittel an. Es wird gerne gefressen, ist nährstoffreich und versorgt die Tiere mit Vitaminen und Flüssigkeit. Haben die Meerschweinchen Gras und Kräuter rund um die Uhr zur Verfügung, so kann man Gemüse vom Futterplan streichen oder einschränken.

Welches Gemüse darf man überhaupt anbieten? Gemüseliste für Meerschweinchen

Am besten geeignet ist Blattgemüse, da es der natürlichen Ernährung von Meerschweinchen am nächsten kommt. Deshalb sollte man hauptsächlich Salate, Kohl, Karottengrün und andere blattreiche Gemüsebestandteile verfüttern.

Blattgemüse allgemein: Alle Arten von Salat (siehe Salate), Blätter vieler Kohlsorten (siehe Kohlgemüse), Karottengrün, Stangensellerie, Spinat, Radieschengrün, Fenchelgrün, Mangold, Rote-Beete-Grün, Rettichgrün, Selleriegrün…

Kohlgemüse ist auch sehr blattreich und gut geeignet. Kohl sollte immer langsam angefüttert werden, dann wird er problemlos vertragen.

Blattgemüse Kohlgemüse: Kohlrabi, Brokkoli, Blumenkohl, Chinakohl, Grünkohl, Romanesko, Rotkohl, Wirsing, Weißkohl, Rosenkohl, Spitzkohl, Markstammkohl, Palmkohl, Pak Choi…

Salat ist auch ein Blattgemüse und sollte auf dem Speiseplan großzügig vorhanden sein.

Blattgemüse Salat: Kopfsalat, Chicorée, Endivie, Rucola, Eisbergsalat, Lollo Rosso, Eichblattsalat, Römersalat, Radicchio, Feldsalat, Zuckerhut…

Ergänzend sollten weitere Gemüsesorten angeboten werden, im Wesentlichen Wurzel- und Knollengemüse.

Wurzel-/Knollengemüse: Karotten, Pastinaken, Rote Bete, Petersilienwurzel, Knollensellerie, Kohlrabi, Steckrübe (Kohlrübe), Radieschen, Topinambur, Futter- oder Zuckerrüben, Fenchel…

Andere Gemüsesorten können auch angeboten werden:

Andere Gemüsesorten: Gurke, Tomate, Kürbis, Zucchini, Paprika…

Was ist bei der Gemüsefütterung zu beachten?

Meeri gemueseGemüse sollte immer frisch und niemals schimmelig, verfault oder welk angeboten werden – um Verdauungsproblemen vorzubeugen. Gefrorenes und gekochtes Gemüse ist ebenfalls ungeeignet.
Es ist wichtig, auf eine große Vielfalt wert zu legen, denn dann werden mehr Gemüsesorten vertragen. Eine gute Mischung ist gesünder und verträglicher als eine große Menge von einem einzigem Gemüse. Besonders viel sollten Gemüsesorten mit Bitterstoffen (Endivie, Chicoree etc.) verfüttert werden.
Um Allergien frühzeitig festzustellen ist es ratsam, das Gemüse langsam anzufüttern.
Für die Futter-Umstellung auf Gemüse bieten sich gut verträgliche Sorten an. Am besten
beginnt man mit Fenchel, dann mit Karotte und anschließend ganz langsam mit weiteren
Gemüsesorten. Erst ganz am Schluss nach der Umstellung sollte Kohl angefüttert und
ausprobiert werden.
Gemüse in Bio-Qualität, aus eigenem Anbau oder regionales Gemüse ist vorzuziehen, da es weniger mit Schadstoffen belastet ist.
Durch das Waschen vom Gemüse kann man zumindest einen Teil der Pestizide und
Spritzmittel entfernen. Bitte nur mit kalten Wasser, nicht heiß abwaschen.
Es ist empfehlenswert, ca. fünf Gemüsesorten täglich zu verfüttern und weitere 10-30 abwechselnd dazu zu kombinieren, so dass man am Tag mindestens sieben Gemüsesorten füttert. So ist die Portion auf der einen Seite abwechslungsreich, auf der anderen Seite kann sich aber die Verdauung gut auf die Futtermittel einstellen.

Ist Gemüse unnatürlich?
Wildkaninchen sind Kulturfolger und plündern reichlich Gemüsegärten und -felder. Gemüse ist nicht unbedeutend in ihrer Nahrung.

Ist denn Gemüse auch den Wiesenkräutern ähnlich und als Ersatz geeignet?
Viele Gemüsesorten sind sehr eng mit Wiesenkräutern verwandt. Endivie und Chicorée stammen von der Gemeinen Wegwarte ab, unsere Karotte/Möhre ist eng mit der Wilden Möhre verwandt, die von Wildkaninchen sehr gerne verputzt wird und die Steckrübe steht in enger Verwandtschaft zum Raps. Chinakohl, Mairübe und viele mehr stehen systematisch sehr nah an den Rübsen, die ein Wildkraut darstellen. Die Urform der normalen Gartensalate ist der auch bei uns weit verbreitete Wilde Zaunlattich, die kultivierten Kohlsorten sind in der Zusammensetzung dem Wildkohl sehr ähnlich, der von Wildkaninchen in Massen verspeißt wird. Macht es einen großen Unterschied, ob das Kaninchen Löwenzahn vom Feld oder Speise-Löwenzahn frisst? Durch die Züchtung des Gemüses wurde jedoch meistens der Anteil an Pflanzenfasern und sekundären Pflanzenstoffen reduziert. Deshalb ist Gemüse auch nicht als alleiniger Ersatz für Wiesenkräuter geeignet.
Die Mischung macht´s: Idealerweise bietet man seinen Kaninchen rund um die Uhr abwechslungsreiches Grünfutter (Blattgemüse, Gemüse-Grün usw.), Heu, Zweige und Kräuter an – sie fressen in den richtigen Mengenverhältnissen von allem etwas.

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Obst, Früchte

kaninchen-johannisbeerenBesonders im Herbst können einheimische Obstsorten eine wertvolle Ergänzung des Futterplans sein. Prinzipiell sind alle einheimischen Obstsorten für die Meerschweinchen-Ernährung geeignet. Obst ist ein guter Energielieferant, der besonders im Winter wertvoll ist. Früchte sind jedoch immer nur als Beigabe geeignet und nicht als großer Nahrungsanteil, denn sie enthalten nur wenig Pflanzenfasern. Obst ist auch als Leckerli sehr gut geeignet.

Welches Obst darf ich verfüttern?

meeri obst apfelObst ist keine Zuckerbombe!
Oftmals wird Obst im Zusammenhang mit einem hohen Zuckergehalt präsentiert. Dieses Bild hält sich hartnäckig, Obst ist jedoch nicht viel zuckerreicher als Heu und Wiesenpflanzen. Natürlicher Zucker im Zusammenspiel mit Vitaminen und anderen Nährstoffen, wie er in Obst, Heu, Gemüse und Wiesenpflanzen enthalten ist, kann Kaninchen verfüttert werden. Reiner Zucker (Kristallzucker, Honig etc.) ist hingegen völlig ungeeignet und gesundheitsschädlich.

Karotten: ca. 5% Zucker
Löwenzahn: ca. 8,5% Zucker
Heu: ca. 10-20% Zucker
Äpfel: ca. 10% Zucker
Trauben: ca. 15% Zucker
Banane: ca. 18% Zucker
Birne: ca. 10% Zucker
Zwetschge: ca. 8% Zucker

kaninchen-zwetschgenRechts im Foto ist zu sehen, wie ein Kaninchen den Zwetschgenkern ausspuckt. Steinobst enthält Kerne, die giftige Inhaltsstoffe haben können, allerdings sind sie trotzdem völlig unbedenklich bei der Fütterung, da die Kerne zu hart sind und ausgespuckt werden.

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Küchenkräuter

meeri petersilieMeerschweinchen brauchen ein breites Kräuterspektrum um sich gesund zu erhalten. Sie sind für die Meerschweinchenernährung unverzichtbar. Ihr hoher Gehalt an sekundären Pflanzenstoffen stabilisiert die Verdauung, der große Vitamin- und Mineraliengehalt versorgt sie mit wichtigen Stoffen. Gerade wenn wenig Wildkräuter angeboten werden, sind frische Küchenkräuter ein wichtiger Nahrungsbestandteil. Sie
meeri basilikumsind reich an sekundären Pflanzenstoffen, Vitaminen und Mineralien. Der hohe Mineraliengehalt wird ihnen oft als negative Eigenschaft nachgesagt, da er zu Harngrieß und Blasensteinen führen soll, was jedoch bei einer frischfutterreichen Ernährung nicht zutrifft.
Alle im Handel erhältlichen Küchenkräuter sind für Meerschweinchen geeignet.

Kräuter frisch halten

•Frische Kräuter lassen sich problemlos im Kühlschrank 1-3 Tage lagern.
•Kräuter werden im Topf als Pflanze angeboten. Diese Art der „Lagerung“ hat den Vorteil, dass man sie frisch ernten kann und sie noch den vollen Vitamingehalt haben (durch Lagerungszeit gehen Vitamine verloren).
•Gekaufte Kräuterbündel sollten am Stängel frisch gekappt werden. Anschließend kann man sie in ein Wasserglas stellen. So halten sie sich gut frisch und angewelkte Kräuter erholen sich.

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Getrocknete Kräuter

getrocknete kraeuterKräuter sind die Grundnahrung unserer Kaninchen und somit sehr wichtig für die Ernährung. Getrocknete Kräuter sollten immer unbegrenzt angeboten werden, wenn frische Kräuter nicht unbegrenzt zur Verfügung stehen (allerdings nur bei durchgängigen, abwechslungsreichen Frischfutterangebot ohne Pause!).

Getrocknete Kräuter haben allerdings grundsätzlich einige Nachteile gegenüber frischen Kräutern, daher sind frische Kräuter grundsätzlich vorzuziehen:
•extrem verringerter Wassergehalt (frische Kräuter 80%, getrocknete Kräuter < 15%)
•weniger Nährstoffe und speziell auch weniger Vitamine (Verlust: ca. 6-8% je Monat)
•bei getrockneten Pflanzen können Meerschweinchen nur noch eingeschränkt selektieren
•Wirkstoffe gehen verloren, sie sind jedoch wichtig für die Meerschweinchenernährung

kaninchen-getr-kräuterDas Trockenkräuterangebot wird am besten in einem sehr großen, standsicheren Steingutnapf angeboten und zweimal täglich als Mischung aufgefüllt. Der geringe Wassergehalt lässt sich ausgleichen, wenn die restlichen Futtermittel und vor allem die Hauptfuttermittel einen normal hohen Wassergehalt haben (Grünfutter). Getrocknete Kräuter haben einen hohen Kalziumgehalt, allerdings ist er genauso hoch wie beim Heu und ähnlichen getrockneten Produkten.

Bezugsquellen
Trockenkräuter und -blüten bekommt man in kleiner Auswahl in Tierhandlungen oder als Tee (nur reine Kräutertees ohne Zusätze! Nur verwenden, wenn Sie sich sicher sind). Günstiger sind sie in Shops, dort bekommt man auch eine größere Auswahl. Zudem kann man sich Kräuter auch selber trocknen. Viele Halter trocknen jeden Tag eine Hand voll vom Pflückgut, so dass sie im Winter genug getrocknete Wiesenkräuter auf Vorrat haben. Neu gibt es jetzt beim „Fressnapf“ offene Trockenkräuter & -blüten kaufen. Eine einfache Möglichkeit, günstige Trockenkräuter für den Winter herzustellen, ist es, im Sommer jeden Tag eine Hand voll vom frischen Grün auf die Heizung zu legen und für den Winter einzulagern.

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Heu

heubergHeu dient als Wiesen-Ersatz (natürliche Grundnahrung wildlebender Meerschweinchen), da es gut zu lagern und somit auch im Winter vorhanden ist. Es muss rund um die Uhr zur freien Aufnahme in beliebiger Menge bereit stehen. Und das in möglichst guter Qualität. Doch was heißt „gute Qualität“? Welches Heu ist am besten geeignet?

Durch den Trocknungsprozess vom Wiesengrün zum Heu geht ein Teil der Vitamine verloren und der Wassergehalt sinkt drastisch, deshalb sind frisches Gras und Wiesenkräuter grundsätzlich vorzuziehen und gesünder. Durch den geringen Wassergehalt werden Nieren- und Blasenerkrankungen begünstigt…

Je länger Heu lagert, desto wertloser wird es, deshalb sollte man kein überlagertes Heu anbieten.

Heu als Hauptnahrung?

Wichtig: Meerschweinchen sollten nicht darauf angewiesen sein, das Heu vollständig zu verspeisen, bevor es neues gibt! Im Heu sind verschiedene Pflanzen enthalten, das Meerschweinchen sucht sich die geeigneten Pflanzen heraus (es sind auch Giftpflanzen enthalten!) und selektiert nach dem eigenen Bedarf die verschiedenen Pflanzen in verschiedenen Mengen. Bekommt es erst neues, wenn das Alte aufgefressen ist, so zwingt man sein Meerschweinchen, Giftpflanzen zu fressen und es kann nicht mehr die Komponenten nach dem eigenen Bedarf aufnehmen! Meistens ist nur höchstens 50% des Heus zum Verzehr geeignet.

meeris fressen heu

Kriterien für gutes Heu
Am besten eignet sich ein gut duftendes (Achtung, aber keines mit künstl. Duftstoffen!), grünes, kräuterreiches und sehr trockenes Heu, das gerne gefressen wird.

Erster oder zweiter Schnitt?
Je nach Schnitt ist das Heu unterschiedlich in seinen Eigenschaften und Qualitäten.
erster schnitt heuheu zweiter schnitt

Links: Erster Schnitt | Rechts: Zweiter Schnitt, Grummet

Empfehlung: Am besten ist es, beide Schnitte gemischt zu verfüttern und sich am Geschmack und der Gesundheit der Tiere zu orientieren, d.h. die Meerschweinchen wählen selber, welchen Schnitt sie benötigen. Meistens wird der zweite Schnitt bevorzugt, bei Frost im Winter kippt die Akzeptanz dann allerdings zum ersten Schnitt. Der zweite Schnitt ist kräuter- und nährstoffreicher.

Bezugsquellen
Heu ist in jedem Zoofachgeschäft oder Baumarkt (mit Tierabteilung) in handlichen Plastik-Tüten abgepackt erhältlich(1,20-3€/kg). Bei Pferde- oder anderen Landwirten bekommt man es besonders günstig (0-10€/Ballen – entspricht 0-70 Cent/Kilo). In Internetshops kann man sich Heu vor die Türe liefern lassen:
•www.schwarzwaldheu.de – Hochwertiges, kräuterreiches Heu
•www.heuandi.de – Heu, Stroh, frische Zweige, Zubehör etc.
•www.lechtaler-bergwiesenheu.de – hochwertiges Kräuterheu, das geliebt wird
•www.heu-kaufen.com – gutes Heu & Stroh, das praktisch verpackt ist.

 

Getreide und Samen

Samen werden in eher geringen Mengen und stark saisonal von Meerschweinchen aufgenommen. Sie plündern im Sommer das grüne, heranwachsende Getreide auf Feldern bzw. das reife Getreide im Herbst und fressen im Sommer Grassamen und ähnliche Sämereien mit. Getreide und Saaten machen aber allgemein einen geringen Teil der Gesamt-Futterration aus, sind also eher eine Ergänzung.

Ist die Fütterung eher einseitig oder unnatürlich, sollte man sich ensprechende Samen zur Ergänzung und Aufwertung des Futters heraussuchen und anbieten. Dafür ist es empfehleswert, sich mit den verschiedenen Futtermitteln und speziell mit den unterschiedlichen Samen zu beschäftigen, um die verschiedenen Futtermittel ideal aufeinander abzustimmen und gegenseitig zu ergänzen.

Achtung: Ausgewachsene, ausgewogen ernährte und gesunde Meerschweinchen in Innenhaltung müssen keine Samen erhalten. Die Menge der Samen muss sehr genau an den Energie-Bedarf und die Lebenssituation/Ernährung angepasst werden, zu viel oder zu wenig Energie wirkt sich negativ auf die Kaninchegesundheit aus! Ein TL oder EL am Tag ist bei erhöhtem Bedarf in vielen Fällen schon ausreichend.

Erhöhter Bedarf kann bestehen bei: Jungtieren im Wachstum, Zuchttieren (besonders extrem während der Laktation!), Krankheiten, Außentieren bei Frost, großen Rassen, unausgewogener Fütterung, im Herbst, um sich den schützenden „Winterspeck“ anzufressen…

Vergleich von Mehlsaat und Ölsaat

Mehlsaaten zeichnen sich durch einen sehr hohen Stärkegehalt aus, Ölsaaten hingegen haben einen hohen Fettgehalt und enthalten verhältnismäßig wenig Kohlenhydrate, auch sind sie eiweißreicher. Ölsaaten werden auch von empfindlichen Tieren problemlos vertragen, bei Mehlsaaten ist hingegen Vorsicht geboten. Mehlsamen müssen langsam angefüttert werden, da Kaninchen mit empfindlicher oder vorgeschädigter Verdauung diese nicht immer vertragen. Ölsaaten sind hilfreich während dem Fellwechsel und für ein gesundes Fell und eine gute Verdauung, sie versorgen die Kaninchen mit Vitamin E
(Sonnenblumenkerne 37.770,00, Kürbiskerne 4.000,00, Mohn 4.000,00 µg
je 100g). Mehlsaaten sind vor allem Dickmacher für Tiere mit erhöhten Energiebedarf.

Mehlsaat – Ölsaat 

Hafer
g

Roggen
g

Sonnenblumenkerne
g

Leinsamen
g

Kohlenhydrate

55,70

60,70

12,30

5,90

Eiweiß

9,91

9,50

26,50

27,80

Fett

7,09

1,70

49,00

29,90

Rohfaser

10,40

2,20

27,50

7,90

Ölsaaten
Amaranth, Anis, Blaumohn, Brennnesselsamen, Chiasamen, Dari,
Distelsamen, Fenchelsamen, Hanfsamen, Kardisaat, (Schwarz)Kümmel,
Kürbiskerne, Leinsamen (Gelb/braun), Mariendistel, Milo, Nachtkerze,
Negersaat, Perilla, Rübsen, Raps, Salatsamen, Sesam,
Sonnenblumenkerne, Tannensamen, Zichorie, Zypressensamen

Mehlsaaten
Buchweizen, Dari, Dinkel (im Spelz), Gerste (im Spelz), Grassamen alle
Sorten, Hafer (im Spelz), Hirse alle Sorten, Knaulgras, Mais(kolben),
Milo, Paddyreis, Quinoa, Reis (im Spelz), Spitzsaatkaninchen-ölsaatenkaninchen-mischen

In welcher Form anbieten?

Ölsaaten
Amaranth, Anis, Blaumohn, Brennnesselsamen, Chiasamen, Dari,
Distelsamen, Fenchelsamen, Hanfsamen, Kardisaat, (Schwarz)Kümmel,
Kürbiskerne, Leinsamen (Gelb/braun), Mariendistel, Milo, Nachtkerze,
Negersaat, Perilla, Rübsen, Raps, Salatsamen, Sesam,
Sonnenblumenkerne, Tannensamen, Zichorie, Zypressensamen

Mehlsaaten
Buchweizen, Dari, Dinkel (im Spelz), Gerste (im Spelz), Grassamen alle
Sorten, Hafer (im Spelz), Hirse alle Sorten, Knaulgras, Mais(kolben),
Milo, Paddyreis, Quinoa, Reis (im Spelz),

In welcher Form anbieten?

Die kleinen Sämereien lassen sich ganz normal im Napf anbieten. Möchte man Getreide verfüttern, so sollte man es in natürlicher Form in das Gehege legen. Das heißt noch mit Spelzen (im Handel erhältlich) oder sogar mit der gesamten Getreide-Ähre, denn nur so hat es die ballaststoffreiche Hülle, die wichtig für die Verdauung ist. Man kann das Getreide oder die Saaten auch ankeimen lassen (alle außer Leinsamen) und gekeimt verfüttern, durch den Keim werden Nährstoffe aufgespalten und sind in dieser Form besser verdaulich. Grünes Getreide (z.B. Grüner Hafer) sind ebenfalls sehr gesund und gut verträglich.
Getreide in Flockenform kann besser verwertet werden und ist daher sinnvoll bei kranken Tieren zum päppeln, aber eher weniger bei gesunden Kaninchen.

Bezugsquellen

Samen gibt es in Reformhäusern, Naturkostläden (Bio-Läden) und in DM-Drogariemärkten. Als Grundlage kann man ein Wellensittich-, Kanarien- oder Vogel-Exotenfutter im Zoohandel kaufen und dann noch einzelne Saaten zumischen. Aber das Vogelfutter sollte nicht mit synthetischen Vitaminen angereichert sein! Diese sind unter „Zusatzstoffe“ auf der Verpackung angegeben (Wenn auf der Verpackung das Wort „Zusatzstoffe“ auftaucht, ist das Futter ungeeignet!).
Eine gute und günstige Auswahl an hochwertigen Samen bekommt man im Internet, z.B. unter www.hungenberg-online.de.

 

Wasser

Auch wenn Meerschweinchen wegen frischfutterreicher Ernährung garnichts oder wenig trinken, sollten sie immer Wasser zur Verfügung haben. Durch verschiedene Einflüsse (Heizung, Temperaturumschwung, Futteränderung, Krankheit) kann sich der Wasserbedarf schlagartig ändern, so dass es bei mangelnden Wasserangebot zu inneren Austrocknungen kommt, die tödlich enden können.

 

Nippeltränken oder Napf?

Der geeignete Napf
Als Wassernapf geeignet sind ausnahmslos standsichere Näpfe, damit die Meerschweinchen sie nicht umwerfen. Standsicher sind viele Trinkautomaten für Katzen, ein großer, schwerer Keramiknapf mit nach innen gebogenen Rand oder ein Vogelnapf, der am Gitter eingehängt werden kann. Der Napf muss leicht erhöht aufgestellt werden (Etage, Hausdach, auf einen Stein) damit er nicht verschmutzt. Oder aber man stellt ihn auf eine einstreufreie Fläche.

 

Bezugsquellen
Normales Leitungswasser hat Trinkwasserqualität sofern es nicht gechlort wurde. Alternativ kann man stilles (ohne Kohlesäure!) Wasser im Handel kaufen (Getränkemärkte, Supermärkte…).

Quellen:
Tschudin A., Clauss M., Codron D., Hatt J-M.: Preference of rabbits for drinking from open dishes versus nipple drinkers, in: Veterinary Record
Tschudin A., Clauss M., Codron D., Liesegang A., Hatt J-M.: Water intake in domestic rabbits (Oryctolagus cuniculus) from open dishes and nipple drinkers under different water and feeding regimes, in: Journal of Animal Physiology and Animal NutritionWolf, P.: Daten zur Wasseraufnahme bei Kleinsäugern und deren Bedeutung für die Heimtierhaltung, 2008

 

Nahrungsergänzungsmittel

Vitaminzusätze, Vitamintropfen, Vitaminpräparate
Im Zoohandel werden vielfältige Vitaminpräparate angeboten, die (laut Packungsempfehlung) täglich verabreicht werden sollten um die Gesundheit der Meerschweinchen zu sichern und Mangelerkrankungen vorzubeugen.

Die artgerechte Ernährung kann nicht durch Vitaminpräparate ersetzt werden, es gibt mehr als 100 weitere Stoffe, die für die Gesundheit und das Wohlbefinden von Meerschweinchen wichtig sind und über die Nahrung aufgenommen werden. Das heißt: Eine artgerechte Ernährung ist unabhängig von zugesetzten Vitaminen unumgänglich.
Und wenn man nun sowieso artgerecht ernährt, braucht man im Gegenzug keine synthetischen Vitamine. Wenn man nun nicht artgerecht ernährt, sind künstliche Vitamine vielleicht „besser als gar nichts“ aber so eine Ernährung kann man nicht empfehlen.

Warum ist es nun besser, den Bedarf natürlich zu decken als über synthetische Vitamine?
•Chemisch sind künstliche und natürliche Vitamine nicht identisch, z.B.
Natürliches Vitamin E: RRR-a- Tocopherol = d-a- Tocopherol
Synthetisches Vitamin E: all-rac-a- Tocopherol = d,l-a- Tocopherol
•Die volle Wirkung entfalten Vitamine nur wenn sie in die ganzen Begleitstoffe der Pflanze eingebunden sind, sie haben dann eine deutlich positivere Wirkung auf die Gesundheit als synthetische Vitamine
•Die Stoffe, die wir als synthetische Vitamine zu uns nehmen, gibt es so in der Natur nicht. Als Vergleich könnt ihr euch vielleicht noch an euren Chemie-Unterricht erinnern. Ein Stoff hat völlig andere Eigenschaften wenn er mit einem anderen Stoff gemischt ist oder separat. So kommt Uran beispielsweise im Wasser und im Gestein vor (ungefährlich), wenn man es nun jedoch entnimmt und in seiner Reinform verwendet, sollte man damit keinen direkten Kontakt haben.
•Die Bioverfügbarkeit und Resorption ist höher als bei synthetischen Vitaminen.
•Eine Überdosis an natürlichen Vitaminen (die ja eingebunden sind in ihr Milieu in der Pflanze) ist nicht schädlich, wenn man den Stoff jedoch rein verabreicht (nicht eingebunden in ein natürliches Mileu), also z.B. synthetische Vitamine, dann ist eine Überdosis oft schädlich.
•Durch Pflanzenbegleitstoffe kommt es zu einer Verstärkung der Wirksamkeit, im synthetischen Vitamin sind diese nicht mitenthalten (z.B. erfährt das Vitamin C eine vierfache Wirkverbesserung durch Bioflavonoide)
•Die Gefahr für Allergien und unerwünschten Wirkungen ist geringer

Weiterführend: http://www.noppeney.de/grafiken/Merkblatt/Unterschied%20zwischen%20natuerlichen%20und%20synt hetischen%20Vitaminen.pdf

Hinzu kommt, dass die Dosierungs-Empfehlungen meistens zwangsläufig mit einer Überdosierung verbunden sind. Die Präparate enthalten die gesamte Palette an Vitaminen, ohne genau auf die Bedürfnisse von Meerschweinchen oder des Einzeltieres angepasst zu sein. Sie werden meistens für alle Kleintiere empfohlen, obwohl diese Tiere völlig unterschiedliche Bedarfswerte haben.

Daher empfehle ich die Finger von solchen Produkten zu lassen. Sie sind nicht nötig aber gesundheitsschädlich und können im schlimmsten Fall zu schweren Schäden und Erkrankungen führen!

Im Krankheitsfall können spezielle Vitamingaben nötig sein. Beispielsweise die Gabe von Vitamin-B-Komplex bei E. Cuniculi. Solche Gaben sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt genau ab und dosieren sie sorgfältig. Empfiehlt ein Tierarzt grundsätzlich (egal bei welcher Krankheit) Vitamin-Präparate, so ist das nicht sinnvoll sondern zeigt nur, dass er Interesse daran hat, diese Präparate zu verkaufen – auf Kosten der Tiergesundheit.

Salzlecksteine

Viele im Salz enthaltene Mineralien und Spurenelemente sind für Meerschweinchen überlebenswichtig. Allerdings ist Kochsalz stark gereinigt, so dass man den Meerschweinchen Unmengen an Kochsalz verfüttern müsste, um diesen Bedarf an Mineralien zu decken.

Salzlecksteine bestehen aus Kochsalz. Hoch dosiertes Natriumchlorid ist jedoch in dieser isolierten Form für den Organismus giftig. Kleine Mengen werden wieder über die Niere ausgeschieden, bei größeren Mengen werden die Nieren stark überlastet, dadurch kann es zu ernsthaften Nierenschäden oder sogar zu Nierenversagen kommen. Salz wirkt dehydrierend, durch den dadurch entstandenen Wassermangel, kann das Gift Kochsalz nicht mehr verdünnt werden und wirkt sich dementsprechend schädlicher auf den Organismus aus. Es kommt zu Kochsalzvergiftungen.

Meerschweinchen haben somit einen Bedarf an natürlichen Salzen, Spurenelementen und Mineralien, diese sind allerdings im Salzstein längst nicht mehr enthalten, der Salzstein ist aber so hoch konzentriert, dass er bereits bei der Aufnahme normaler Mengen zu Vergiftungen führen kann.

Der Bedarf an Mineralien und Salzen kann meist gut und unschädlich über das Grünfutter, Erde (Außenhaltung) oder angebotene Äste, deren Rinde abgenagt wird, gedeckt werden.

Wer einen Salzstein anbieten möchte, sollte keinen Kochsalzstein aus dem Zoohandel wählen, sondern einen Himalaya-Salzstein (bzw. einen anderen Natursalzstein, Naturbruchstein) anbieten. Um den Verzehr aus Langeweile auszuschließen (dann kann er gesundheitsschädlich sein), sollte er nicht im Gehege, sondern nur im Freilauf angeboten werden.
Handelsüblicher, völlig ungeeigneter Salzleckstein. (Bild folgt)

 

Ein Himalaya-Salzleckstein wie er z.B. im
Handel von JR Farm angeboten wird. (Bild folgt)

Kalk- oder Nagersteine
Diese bestehen in erster Linie aus Kalzium. Durch eine normale Fütterung ist jedoch der Kalkbedarf mehr als ausreichend gedeckt. Überschüssiges Kalzium zerstört das Kalzium-Phosphorgleichgewicht im Körper, die Folge sind vielfältigste Krankheiten wie z.B. Blasensteine oder Harngrieß.

Saaten und Keimfutter

Samen verschiedene Pflanzen sind immer als Ergänzungsfutter zu betrachten.

Saaten bei Fellwechsel:
Ölsaaten aller Art, besonders geschrotete Leinsamen und Sonnenblumenkerne. Richtwert: Für Meerschweinchen bis zu 1 EL am Tag.

Saaten als Energielieferant:
Erhöhter Energie-Bedarf kann bestehen bei: Jungtieren im Wachstum, Zuchttieren (besonders extrem während der Laktation!), Krankheiten, Außentieren bei Frost, großen Rassen, unausgewogener Fütterung, im Herbst, um sich den schützenden „Winterspeck“ anzufressen…
Hier empfiehlt sich eine Saatenmischung, die aus zwei Dritteln Mehlsaaten und einem Drittel Ölsaaten besteht.

Saaten als Nahrungsergänzung:
Gerade Ölsaaten enthalten wichtige Fettsäuren, die essentiell für Meerschweinchen sind. Deshalb sollten sie regelmäßig in kleineren Mengen verfüttert werden.

Ölkuchen, Presskuchen
Bei der Ölherstellung entsteht Presskuchen, der sehr wertvoll für die Ernährung ist. Vorsicht ist bei Presskuchen in Pelletform geboten, er kann in die Luftröhre gelangen, was lebensbedrohliche Folgen nach sich zieht.
Verbreitet ist:
Leinpresskuchen/Leinpellets (Fellwechsel, Verdauung…)
Schwarzkümmelpresskuchen/Schwarzkümmelpellets (Verdauung, Fellwechsel, Bakterien, Viren, Pilze, Immunsystem)
Neempresskuchen (Verdauung, Fellwechsel, Parasiten, Pilze…)

Keimfutter:
Keimfutter sind angekeimte Saaten. Durch den Keim sind Nährstoffe besser verwertbar und Unverträglichkeiten und Verdauungsprobleme bei Saaten können umgangen werden. Weizenkeime enthalten sehr große Mengen Vitamin E.

Heilerde

Heilerde kann angeboten werden, wenn die Meerschweinchen keinen Zugang zu natürlicher Erde haben. Sie wird zur Neutralisation von Giften und zur Mineralienaufnahme verwendet. Desweiteren hilft sie bei Durchfall.

 

Leckerlis

 


Der Zoohandel stellt eine breite Palette an verschiedenen Snacks bereit, in ihren bunten Verpackungen laden sie zum Kauf ein. Fast alle dieser Leckerlis sind ungesund für die empfindliche Verdauung der Meerschweinchen, auch in kleinen Mengen.

Gesundheitsschädliche Leckerlis: Knabberstangen, Joghurt-Drops, Loftis, Knabberringe (und ähnliche Leckerli-Produkte), Heuglocken, hartes Brot, Menschennahrung (Süßigkeiten, gewürzte Speißen etc.), Haferecken, bunte Nager-Sticks, Nager-Krokant, Grünlinge (und andere Extrudate), ähnliche Leckerlies aus dem Zoohandel.

trainieren

Gesunde Leckerlis (bitte in Maßen!): Erbsenflocken, Haferflocken, Sonnenblumenkerne, getrocknetes Gemüse, Obststückchen von selten gefütterten Obst (z.B. eine Weintraube, ein Stück Banane), Nüsse, Getreideähren (die gesamte Ähre, im Zoohandel erhältlich), Kolbenhirse (im Vogelbedarf erhältlich), Trockengemüse (z.B. ungeschwefelte Rosinen). An meisten freuen sich Meerschweinchen aber meistens im Alltag über eine gesunde Ernährung, besonders über frische Kräuter, am liebsten Wiesenkräuter.

 

Hartes Brot?

Immer noch hält sich hartnäckig das Gerücht, dass hartes Brot für den Zahnabrieb wichtig und nützlich ist. Hartes Brot ist nicht hart genug um die Zähne der Meerschweinchen abzunutzen, ganz im Gegenteil, es macht die Meerschweinchen satt, so dass sie weniger kauen als bei anderem Futter. Je weniger die Meerschweinchen kauen, desto schlechter werden die Zähne abgenutzt. Siehe Zahnabrieb.

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